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"Langes Aufbleiben kann man nicht von heute auf morgen umstellen" *

Hoffmann

Dr. med. Alfred Wiater

Chefarzt der Kinderklinik Porz am Rhein und Leiter des dortigen Kinder-Schlaflabors

rheinruhrmed: Dr. Wiater, das entspannte Ferienleben ist vorbei. Was können Eltern tun, deren Kinder zum Schulbeginn Probleme mit dem morgendlichen Aufstehen haben?

Dr. med. Wiater: Langes Aufbleiben am Abend und Ausschlafen am Morgen kann man nicht von heute auf morgen umstellen. Deshalb sollte die Umstellung auf den Schulalltag, was den Schlaf-Wach-Rhythmus angeht, innerhalb von 2-3 Tagen vor Schulbeginn erfolgen. Das heißt, die Kinder sollten schrittweise das Zubettgehen vorverlegen und sich morgens früher wecken lassen. So haben sie gute Voraussetzungen, am ersten Schultag fit zur Schule zu kommen.

rheinruhrmed: Ist Langschläfertum genetisch bedingt?

Dr. med. Wiater: Grundsätzlich gibt es konstitutionell bedingt "Frühtypen" und "Spättypen". Die meisten Menschen sind Spättypen. Während der Pubertät gibt es sogar vorübergehend eine allgemeine Tendenz zum Spättypen, die nicht im Zusammenhang mit den Schlafgewohnheiten der Jugendlichen steht. Dennoch kann man durch stabile Zu-Bett-geh-Zeiten und Aufsteh-Zeiten den Rhythmus bahnen. Wichtig dafür ist auch die Schlafhygiene, das heißt, äußere Einflüsse wie Licht, Lärm, Reizeinwirkungen etwa durch Fernsehen und PC-Spiele vor dem Zubettgehen zu vermeiden, um ein entspanntes Einschlafen zu ermöglichen.

rheinruhrmed: Langschläfer sollen nicht fauler, sondern nur anders getaktet sein. Was ist dran an dieser Behauptung?

Dr. med. Wiater: Kinder im Schulalter benötigen durchschnittlich 10 Stunden Schlaf pro Tag. Dabei schwanken die Schlafenszeiten individuell unterschiedlich um ca. 1,5 Stunden nach oben oder nach unten. Diese Zeitspanne entspricht der normalen Schwankungsbreite, wobei der Schlafbedarf individuell festgelegt ist. Das heißt, manche Menschen brauchen grundsätzlich mehr oder auch weniger Schlaf als der Durchschnitt, um tagsüber fit zu sein. Die individuelle Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit hat damit nichts zu tun.

- 12.01.11 -


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