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Bluthochdruck

Nierennerven verödet, Blutdruck gesenkt

"Die renale Nierennervablation könnte vielen Hypertonikern eine neue Therapieoption eröffnen", hat Professor Roland Schmieder aus Erlangen beim Diabetes Update in Düsseldorf gesagt. Dies schreibt die Ärztezeitung vom 06.04.2010. Die Daten einer ersten Studie mit 50 Patienten seien vielversprechend (Lancet 373, 2009, 1275). Die Patienten hatten trotz antihypertensiver Therapie (im Mittel 4,7 Medikamente!) einen mittleren Blutdruck von 177/101 mmHg. In den Nierenarterien der Patienten wurden per Katheter mit Hochfrequenz-Ablation Sympathikusfasern entlang der Arteria renalis zerstört. Der Blutdruck sank binnen neun Monaten im Mittel um 21/17 mmHg. Renovaskuläre Komplikationen gab es nicht.

Nierennerven werden mit Hochfrequenzstrom verödet

Bereits Ende 2009 war in der Universitätsklinik Düsseldorf der erste Patient mit schwer einstellbarem Bluthochdruck komplikationslos mit der neuartigen, Katheter-gestützten Methode behandelt worden. Bei diesem 45 bis 60 Minuten dauernden Verfahren in enger Zusammenarbeit von Nephrologen und Radiologen werden die Nierenerven mit Hochfrequenzstrom verödet. Bluthochdruck ist der entscheidende Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall. Tabletteneinnahme und Lebensstiländerung reichen oft nicht aus, um den Blutdruck zu normalisieren.

Therapie könnte später regulär bei Bluthochdruck angewandt werden

Ohne die Notwendigkeit einer Operation werden die Nierennerven mithilfe eines Katheters verödet. Der Patient kann am Folgetag entlassen werden. Die Intervention ist lediglich einmal anzuwenden. Die Wirksamkeit auf den Blutdruck hält nach bisherigen Kenntnissen dauerhaft an. Die Klinik für Nephrologie am Universitätsklinikum in Düsseldorf ist seit zwei Jahren Europäisches Exzellenzzentrum für Hypertonie und daher eines der wenigen Zentren in Deutschland, das dieses Verfahren derzeit einsetzt. Blutdruckspezialist Professor Rump rechnet damit, dass die Methode später als reguläre Therapie bei Bluthochdruckerkrankungen verwendet werden wird.

(Quellen: Ärzte-Zeitung & informationsdienst wissenschaft; redaktionell bearbeitet: rrm)

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