
Das Verfahren ist noch relativ neu und klingt geradezu revolutionär: Wo bislang dem Patienten der Brustkorb geöffnet werden musste, um eine neue Herzklappe zu implantieren, reicht heute ein kleiner Schnitt in der Leiste. Prof. Welz von der Uni-Klinik Bonn hat bereits im Interview mit rheinruhrmed auf diese neue Methode verwiesen und auch auf die Kritik reagiert, die sich rund um das neue Verfahren rankt. Im Ruhrgebiet wird das neue Verfahren z.B. laut Ev. Krankenhaus Mülheim von Prof. Dr. Feraydoon Niroomand, Chefarzt der Kardiologischen Klinik, abgewendet:
Verengte Herzkranzgefäße können Kardiologen seit 25 Jahren immer öfter ohne Operation behandeln, durch einen Nadeleinstich in der Leistenarterie und seit einigen Jahren sogar durch die Handgelenksarterie. Nun wenden sie sich zunehmend auch der Behandlung von Herzklappenfehlern zu. Während verengte Herzklappen bis vor kurzem nur mittels eines kleinen Ballons aufgedehnt werden konnten, lassen sich künstliche Herzklappen jetzt über einen Nadeleinstich in die Leistenarterie implantieren. Prof. Dr. Niroomand hat bisher drei Patienten auf diese schonende Weise eine neue Herzklappe eingesetzt. Im Dezember 2010 folgen nach Angaben des Ev. Krankenhaus Mülheim vier weitere Eingriffe.
Im Vorfeld wird der Patient untersucht, um Herz, Herzklappenring, Hauptschlagader und Leistenarterien auszumessen sowie die Klappengröße und den Zugangsweg zu planen. Der Eingriff: Die Leistenarterie wird mit einer Nadel punktiert. Über einen dünnen Draht wird eine Schleuse von fünfeinhalb Millimetern Durchmesser eingebracht, über die der gesamte Eingriff erfolgt. Die verengte Herzklappe wird zunächst mit einem Ballon vorgedehnt. Dann wird die zusammen gefaltete neue Herzklappe an die richtige Position im Herzen vorgebracht und über einen Ballon oder durch Zurückziehen einer Verschlusskappe entfaltet. Die ursprüngliche Herzklappe wird dabei zur Seite geschoben. Schließlich überprüft der Kardiologe die korrekte Funktion der neuen Herzklappe, zieht die Schleuse aus der Leistenarterie und verschließt das Gefäß mit einem Faden.
Da noch keine Langzeiterfahrungen über mehr als fünf Jahre vorliegen, wird diese Methode in erster Linie bei über 80jährigen Patienten angewandt und/oder wenn das Risiko für eine offene Operation am Herzen aufgrund des Gesundheitszustandes zu hoch erscheint. In Planung sind in der Kardiologischen Klinik bereits neuartige Eingriffe zur Behandlung undichter Herzklappen und des schwer einstellbaren Bluthochdrucks.
Die Kardiologische Klinik am Evangelischen Krankenhaus Mülheim war nach eigenen Angaben eine der ersten in NRW. Eine Chest Pain Unit* hat sie sogar als erste Herzklinik im Land eingerichtet. Sie bietet ein umfassendes Spektrum modernster Methoden zur Behandlung herzkranker Patienten und entwickelt dieses ständig weiter.
*Chest Pain Unit: Diagnostik- und Therapieeinheit zur Versorgung von Patienten mit akuten Brustschmerzen zur schnellstmöglichen Behandlung u.a. bei akutem Herzinfarkt.
(Quelle: Ev. Krankenhaus Mülheim; redaktionell bearbeitet: rrm; Foto: Ev. Krankenhaus Mülheim )
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Augen: 01.03.2012, Makuladegeration, was tun?, Prof. Harald Schilling, Klinik für Augenheilkunde, im St.-Johannes-Hospital Dortmund, Konferenzraum 5, 19.00 Uhr. Geschlecht: 08.03.2012, Gesundheitsforum: WEIBLICHES GESCHLECHT: RISIKOFAKTOR ODER SCHUTZ FAKTOR BEI SEELISCHEN KRANKHEITEN? Dr. med. Thomas Finkbeiner (Chefarzt Psychiatrie und Psychotherapie im Ev. Krankenhaus Lütgendortmund) / Prof. Dr. med. Susanne Hagen (Fachhochschule Düsseldorf, Fachgebiet Sozialmedizin, insbes. Sozialpsychiatrie), Ev. Krankenhaus Lütgendortmund, Volksgartenstr. 40, 44388 Dortmund, Telefon: (0231) 6188-0, Telefax: (0231) 6188-211, E-Mail: info@evk-luedo.de |
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