
Er ist sicherlich der Prototyp eines erfolgreichen Unternehmers im Gesundheitsbereich: Peer Schatz, CEO der Qiagen GmbH mit Hauptsitz in Hilden. Unter seiner Ägide vergrößerte sich das Unternehmen innerhalb der letzten 18 Jahre von 30 auf 3600 Mitarbeiter, die inzwischen an 35 Standorten auf der Welt forschen und entwickeln. Qiagen war außerdem das erste deutsche Unternehmen, das an der NASDAQ-Börse gezeichnet wurde. Auch das fällt in die Verantwortung jenes smarten Managers, der den Eröffnungsvortrag zum "Charité Entrepreneurship Summit 2011" im Allianzforum in Berlin hielt. Unter der Überschrift "Personalised Heathcare: A New Era and Opportunity" skizzierte er, wie sich sein Unternehmen die Zukunft der medizinischen Versorgung vorstellt.
Peer Schatz bei seinem Eröffnungsvortrag
Schatz sieht in einer auf die körperlichen Veranlagungen eines Menschen abgestimmte Gesundheitsversorgung den Schlüssel, wenn es darum geht, optimale medizinische Erfolge zu erzielen, ohne dabei die Kosten in die Höhe zu treiben. "Wir wissen heutzutage, dass ein und dasselbe Medikament dem einen Patienten helfen kann, während die erwünschte Wirkung bei dem anderen Patienten ausbleibt", so Schatz. Dennoch würde das Medikamente verschrieben, und zwar sowohl für den einen als auch für den anderen Patienten. Dies sei nicht nur für die Patienten ärgerlich, die ein Medikament ohne gewünschte Wirkung nehmen, sondern auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ineffizient. Deshalb hat sich Qiagen daran gemacht, die Forschung im Bereich molekularer Diagnostic zu forcieren. - Innovationen nicht ausgeschlossen!
Genau das gilt für viele Bereiche in der Medizin, es müssen nicht immer forschende Pharmaunternehmen sein. Jeder Arzt, der in seiner beruflichen Praxis auf Optimierungspotentiale von Prozessen, Instrumenten oder Therapien stößt, kann den Stein ins Rollen bringen. Vorausgesetzt, er ist mit einem gewissen Unternehmergeist gesegnet oder arbeitet in einem Bereich, der Strukturen bietet, die den Unternehmergeist mitunter fördern können. Beispiel Universität: Universitäten mangelt es nicht unbedingt an kreativen Erfindungen, aber oftmals schlichtweg an Geldmitteln und Know-How, eine Start-up-Firma so weit zu bringen, das sie sich wettbewerbsfähig auf dem Markt behaupten kann.
Transferstellen, die etwa an Universitäten den Übergang von der Wissenschaft in die Wirtschaft erleichtern sollen, haben nicht selten mit einer Reihe von Herausforderungen und Widerständen zu kämpfen, darunter maßgeblich eine vielerorts recht dünne Finanzdecke. Wohl dem, der sein Erfinder-Schicksal selber in die Hand nehmen kann und seine Innovation selbst nach vorne bringen möchte. Für diese unternehmerischen Ärzte bot das Charité Entrepreneurship Summit 2011 eine Reihe von Workshops und Anregungen, die sich mit den drängenden Fragen auf dem Weg zur Marktreife beschäftigten. Weitere Infos zum Summit finden Sie hier

(aus Berlin berichtete: Marc Raschke, rrm; Fotos: Marc Raschke)
(rheinruhrmed hatte mit der Stiftung Charité eine Medienpartnerschaft anlässlich dieses Summits)
- 12.04.2011 -
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