Eine auf die Bedürfnisse des Einzelnen genau zugeschnittene medikamentöse Therapie kann die Behandlung von Alkoholabhängigen deutlich verbessern. Diesen personalisierten Therapieansatz untersuchen Forscher derzeit in der sogenannten PREDICT-Studie. Mit Fragebögen, der Magnetresonanztomographie (MRT) und Gentests versuchen sie herausfinden, welches Medikament bei den einzelnen Abhängigen am besten wirkt. Dieser neue Ansatz soll auch auf dem 2. Deutschen Suchtkongress in Köln diskutiert werden.
Zwei Ausprägungen von Alkoholabhängigkeit
Die Forscher unterscheiden zwei Ausprägungen der Alkoholabhängigkeit, wobei es natürlich auch einen überlappenden Mittelbereich gibt. Als ein Prägnanztyp können Menschen angesehen werden, die Alkohol zur Erleichterung trinken, um zum Beispiel Stress und Ängste abzubauen. Der andere Prägnanztyp versucht dagegen, mit Alkohol eine im Rahmen der Norm befindliche Stimmung weiter zu heben („etwas zu erleben“). Beide Gruppen unterscheiden sich nicht nur durch das Trinkverhalten, das die Wissenschaftler mit Fragebögen erforschen. „Auch mit der funktionellen Magnetresonanztherapie kann im Rahmen von Forschungsprojekten eine Zuteilung in diese Gruppen vorgenommen werden“, erläutert Professor Dr. med. Karl Mann, Lehrstuhl für Suchtforschung am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim.
Genetischer Einfluss
Die genaue Unterscheidung der Suchtformen beeinflusst den Therapieerfolg. „Unsere Annahme war, dass diejenigen, die mit Alkohol Stress abbauen wollen, eher unter einer Therapie mit dem Wirkstoff Acamprosat abstinent werden. Betroffenen, die durch das Trinken ihre Stimmung heben möchten, gelingt dagegen eher mit Naltrexon der Weg aus der Abhängigkeit“, erklärt Mann im Vorfeld des 2. Deutschen Suchtkongresses (Sept. 2009). Denn beide Medikamente wirken auf unterschiedliche Botenstoffe im Gehirn. Neben der funktionellen Bildgebung spielen auch genetische Analysen, vor allem der Vergleich zwischen den Erbanlagen von alkoholabhängigen Patienten und gesunden Kontrollprobanden, eine Rolle in dem genannten Zusammenhang. Es zeichnet sich ab, dass die medikamentöse Rückfallprophylaxe ebenfalls genetisch beeinflusst wird, so dass in der Zukunft unter Umständen Patienten herausgefunden werden können, bei denen diese medikamentöse Behandlung einen deutlich besseren Erfolg verspricht als bei anderen.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist eine große Herausforderung und Chance
„Die PREDICT-Studie stellt einen großen Fortschritt für die Suchttherapie dar“, sagt auch Professor Dr. rer. nat. Michael Klein, Tagungspräsident des 2. Deutschen Suchtkongresses und Leiter des Deutschen Instituts für Sucht- und Präventionsforschung an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln. „Damit können in Einzelfällen die bereits vorhandenen, durchaus erfolgreichen Psychotherapien und Rehabilitationsbehandlungen bei Alkoholabhängigen noch passgenauer erweitert und ergänzt werden. Es ist nicht zu unterschätzen, was im Bereich der psychologischen Suchtbehandlung in den letzten Jahren bereits erreicht wurde. Dies interdisziplinär weiterzuentwickeln, ist eine große Herausforderung und Chance“.
(Quelle: 2. Deutscher Suchtkongress in Köln; redaktionell bearbeitet: rrm)
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Herz: 26.04.2012, 18.00 Uhr, Dr. med. Bernd Hufnagel (Chefarzt Innere Medizin im Ev. Krankenhaus Bethanien): KORONARE HERZKRANKHEIT – MODERNE DIAGNOSTIK UND THERAPIE, Virchowstr. 4, 44263 Dortmund-Hörde, Tel. 0231-9430-0 • Fax: 0231-9430-333 Schwindel: 03.05.2012, Schwindel - Diagnostik und Therapie, Susanne Hogrefe, CURAvita; Dr. Horst Luckhaupt, CA Klinik für HNO, im St.-Johannes-Hospital Dortmund, Konferenzraum 5, 19.00 Uhr.
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